Gregor Schlierenzauer
75.329
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Raus aus dem Rampenlicht
7. Jänner 2016
Hi Leute,

ich habe mich entschlossen nicht bei der Skiflug-Weltmeisterschaft anzutreten und die Saison vorzeitig zu beenden. Beide Entscheidungen sind mir nicht leicht gefallen, aber ich muss gestehen, dass der Rucksack, den ich mit mir herumschleppe, einfach zu schwer geworden ist.

Ich möchte mich an dieser Stelle sehr herzlich bei Heinz, den Trainern und Verantwortlichen beim ÖSV bedanken, sie leisten sehr gute Arbeit und haben viel Energie und Verständnis für die Situation aufgebracht. Aber sie können nicht für mich Skispringen, für die sportliche Krise bin einzig und alleine ich verantwortlich.

Ich mache damit nach zehn Jahren im Spitzensport eine Pause auf unbestimmte Zeit, möchte raus aus dem Rampenlicht. Die Schlagzeilen sollten jenen gehören die sportlich aufzeigen, dass zuletzt auch mein Privatleben zum Thema wurde, hat mich sehr enttäuscht. Mir ist schon klar, dass ich als Profisportler gegenüber der Öffentlichkeit Verpflichtungen habe, die Art und Weise wie oberflächlich gewisse Medien agieren und gezielt Stimmung machen, finde ich aber respektlos. Es wurden in den vergangenen Jahren speziell bei mir daheim Dinge verbreitet, die einfach nicht der Wahrheit entsprechen, mit Professionalität hat das aus meiner Sicht wenig zu tun.

Umso wichtiger war der große Zuspruch von euch, speziell dann, wenn die Schulterklopfer abgetaucht sind. Es hat mir immer Spaß gemacht euch über meine Blogs oder mittels Social Media mehr Einblick in meine sportliche Herausforderungen zu geben und euch damit für eure tolle Unterstützung zu danken. Auch diesbezüglich werde ich mich jetzt einmal ruhiger verhalten, ich bin mir sicher, dass ihr dafür Verständnis habt.

Gebt den Jungs bei ihrer Heim-WM bitte ordentlich Gas, sie haben eine tolle Kulisse absolut verdient. Ich weiß nicht wann, aber ich melde mich sicher wieder, das Wort Rücktritt nehme ich bewusst nicht in den Mund. Ich weiß hier und heute ganz einfach nicht was die Zukunft bringt, will das Feuer neu entfachen und mir ohne Zeitdruck klar darüber werden, wie mein Weg weitergeht.

Bleibt gesund,
Euer GS

 

Hi Leute,

ich habe mich entschlossen nicht bei der Skiflug-Weltmeisterschaft anzutreten und die Saison vorzeitig zu beenden. Beide Entscheidungen sind mir nicht leicht gefallen, aber ich muss gestehen, dass der Rucksack, den ich mit mir herumschleppe, einfach zu schwer geworden ist.

Ich möchte mich an dieser Stelle sehr herzlich bei Heinz, den Trainern und Verantwortlichen beim ÖSV bedanken, sie leisten sehr gute Arbeit und haben viel Energie und Verständnis für die Situation aufgebracht. Aber sie können nicht für mich Skispringen, für die sportliche Krise bin einzig und alleine ich verantwortlich.

Ich mache damit nach zehn Jahren im Spitzensport eine Pause auf unbestimmte Zeit, möchte raus aus dem Rampenlicht. Die Schlagzeilen sollten jenen gehören die sportlich aufzeigen, dass zuletzt auch mein Privatleben zum Thema wurde, hat mich sehr enttäuscht. Mir ist schon klar, dass ich als Profisportler gegenüber der Öffentlichkeit Verpflichtungen habe, die Art und Weise wie oberflächlich gewisse Medien agieren und gezielt Stimmung machen, finde ich aber respektlos. Es wurden in den vergangenen Jahren speziell bei mir daheim Dinge verbreitet, die einfach nicht der Wahrheit entsprechen, mit Professionalität hat das aus meiner Sicht wenig zu tun.

Umso wichtiger war der große Zuspruch von euch, speziell dann, wenn die Schulterklopfer abgetaucht sind. Es hat mir immer Spaß gemacht euch über meine Blogs oder mittels Social Media mehr Einblick in meine sportliche Herausforderungen zu geben und euch damit für eure tolle Unterstützung zu danken. Auch diesbezüglich werde ich mich jetzt einmal ruhiger verhalten, ich bin mir sicher, dass ihr dafür Verständnis habt.

Gebt den Jungs bei ihrer Heim-WM bitte ordentlich Gas, sie haben eine tolle Kulisse absolut verdient. Ich weiß nicht wann, aber ich melde mich sicher wieder, das Wort Rücktritt nehme ich bewusst nicht in den Mund. Ich weiß hier und heute ganz einfach nicht was die Zukunft bringt, will das Feuer neu entfachen und mir ohne Zeitdruck klar darüber werden, wie mein Weg weitergeht.

Bleibt gesund,
Euer GS

 

FOTO
GRAFIE
FOTO
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Lillehammer // NOR
4. Dezember 2015
PORTRAIT
PORTRAIT
DINGE
PASSIEREN
DINGE
PASSIEREN
Birthdate
07.01.1990
Home Town
Fulpmes, AUT
Home Jump
Bergisel, Innsbruck AUT
Sport Club
SV Innsbruck-Bergisel
I like
Fotografie, Design, Kochen, Skifahren, Golf, Fußball, Tennis
Body Height
180cm
Farthest Jump
243.5m, Vikersund, NOR
Ski
Fischer
BEWUSSTSEINSERWEITERUNG

Reife wird einem nicht in die Wiege gelegt. Reife passiert und definiert sich als zeitloser und schleichender Prozess, der  Gelassenheit im System verankert und Demut produziert. Die Akzeptanz von Schwäche nimmt Fahrt auf, sportliche Talsohlen sind weder negativ, noch belastend, sondern werden als Herausforderung gesehen und mit Zielstrebigkeit angenommen.

Aus diesen Gründen und genau deshalb nahm eine eher magere Saison eine plötzliche Wende und wurde zu einer der wertvollsten in Gregor Schlierenzauers Karriere.

Neues Trainerteam, anderes Bindungssystem, andere Reize - der nacholympische Sommer brachte frischen Wind und einen Neustart des Systems mit sich. Die Vorbereitung verlief rundum positiv, es war viel Energie und Harmonie drinnen, das Wir-Gefühl kam in Schwung, die Ehrlichkeit kehrte zurück.

Trotz dieser schmackhaften Vorzeichen vermochte der erfolgsgeeichte Stubaier sein Potential im Weltcup aber zunächst nicht auszuschöpfen - abgesehen von einem Sieg in Lillehammer und einer weiteren Podest-Platzierung in Russland verlief die erste Saisonhälfte ungewöhnlich holprig.

Probleme mit der Materialabstimmung und Anfahrtsposition forderten einen Kurswechsel, der während der Saison aufgrund der Programmdichte allerdings leichter gesagt, als getan ist. Es folgten eine Vielzahl an Lehrstunden, andere Blickwinkel, keine Spur von Resignation und Nahrung für hungrige Kritiker.

EHRLICH, GERADLINIG, ZIELSTREBIG, LEIDENSCHAFTLICH
 

Dann kamen Falun und die Nordischen Titelkämpfe und ausgerechnet an den berühmt berüchtigten, weil alles entscheidenden Tagen, stieg Phönix aus der Asche.

Mit Silber auf der Großschanze gewann Gregor Schlierenzauer zum vierten Mal eine Einzelmedaille bei Nordischen Ski-Weltmeisterschaften - ein Kunststück, das zuvor nur dem Finnen Matti Nykänen geglückt war.
Der Freude nicht genug, folgt mit der von Heinz Kuttin harmonisch eingeschworen Mannschaft im Team-Springen der zweite Silberstreich und damit die 20. Medaille des Stubaiers bei internationalen Titelkämpfen.

Der Angezählte war plötzlich wieder im Focus - nicht weil die Form am Punkt war, sondern weil ein mentaler Kraftakt und ein Maximum an Gefühl abgerufen wurde.

Und jetzt?
Nimmt das Lustprojekt seinen Lauf.
Dank der Zusammenarbeit mit dem Olympiastützpunkt Innsbruck erhält die physische Komponente neue Hebel. Das Sprungtraining genießt dank des regen Austausches zwischen Chef- und Stützpunkttrainern, sowie der offenen Karten mit denen im Adlerhorst gespielt wird, ein Maximum an Qualität.

Das bisher Erreichte und der Prozess den es braucht um ganz oben zu stehen, sind Motivation und Herausforderung genug. Die Leidenschaft ist bestens aufgelegt, die Vorbereitungen haben längst begonnen und je näher der Winter rückt, umso größer wird die Ungeduld. Das ist in Stein gemeißelt.