Nach den Spielen ist vor der RAW-Air.

8. März 2018

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Nach den Spielen ist vor der RAW-Air.

Am kommenden Wochenende startet bereits zum zweiten Mal die neue RAW-Air Serie in Norwegen. Vier Wettkämpfe innerhalb von einer Woche leiten den Saisonschluss der Olympia-Saison ein. Oslo, Lillehammer, Trondheim und Vikersund (die größte Schanze der Welt) bilden die neue Serie und uns Skispringern wird noch einmal sicher einiges abverlangt. Mein Pressemann David Obererlacher hat mir ein paar Fragen gestellt: 

Gregor, wie geht es dir körperlich und mental nach so einer langen und doch intensiven Saison und speziell nach den durchwachsenen Olympischen Spielen in Korea?

Danke der Nachfrage, mir geht es wirklich sehr gut. Die Olympischen Spiele sind verdaut und ich bin wieder einiges an Erfahrung reicher. Natürlich habe ich mir die Spiele anders vorgestellt und mein großes Ziel, eine Medaille, klar verfehlt, dennoch geht es mir mental und emotional sehr gut. Ich kenne mich kaum selbst wieder, und bin sehr motiviert meinen Weg weiterzugehen. Die Energie- und Kraftreserven dürften wieder aufgefüllt sein. Jetzt freue ich mich auf meine zweite Heimat in Norwegen.

Mal ehrlich: was für Erfahrungen nimmst du von den Spielen und der bisherigen Saison mit?

Es gibt kein richtig oder falsch, sondern eben nur Erfahrungen und ja, es ist eine herausfordernde Skisprung Zeit für mich, doch genau diese Zeit lehrt mich tagtäglich an mir zu arbeiten, daran zu wachsen und gestärkt in die neue Saison zu blicken. Natürlich will ich wieder ganz nach oben und ich bin auch nach wie vor überzeugt, dass ich es drauf habe, aber gerade deshalb werde ich mich gedulden und meinen eingeschlagenen Weg weitergehen. Die ganzen Erfahrungen, sowohl Skisprung-technisch- materialmäßig als auch emotional und mental, nehme ich mit und bin dankbar, das alles nach wie vor für mich machen zu dürfen. Ich kann es nicht oft genug betonen, Spitzensportler zu sein, ist und bleibt ein Privileg und diese Gänsehaut-Momente, ein ganzes Land, eine ganze Nation wie bei Olympischen Spielen vertreten zu dürfen – einfach unbeschreiblich. Vielen Dank für eure Unterstützung!


War Lahti letztes Wochenende für dich eine Weiterentwicklung?

Ja, Lahti war eine Reise wert. Auch wenn wir es leider nicht auf das Podest im Teamspringen geschafft haben, sind wir zumindest wieder viel näher an den Top Drei gewesen. Skispringen ist eine sensible, komplexe Sportart, wo Kleinigkeiten viel ausmachen können. Ich konnte in Finnland wieder aktiver und besser skispringen, die kleinen Veränderungen beim Material und der Technik sind absolut in die richtige Richtung gegangen, das hat mir speziell der Probedurchgang am Sonntag gezeigt, da muss ich weitermachen.

Was erwartest du dir jetzt bei den letzten Wettkämpfen dieser Saison, und denkst du bereits schon an die nächste?

Ich freu mich in erster Linie wieder nach Norwegen zu kommen, einfach auch ein wunderschönes Land, wo natürlich der Nordische Sport ganz einen besonderen Stellenwert hat, und das spüre ich auch bei jedem Sprung. Ich erwarte mir, dass ich Skisprung-technisch weiter an mir arbeite, die Sprünge sozusagen besser werden, natürlich nimm ich jeden Sprung und jeden Wettkampf zum Weiterarbeiten und bin gespannt, ob es mir nochmals zum Saisonschluss gelingt, so richtig ins Fliegen zu kommen. Die nächste Saison ist schon noch ein Stück entfernt, ich habe nichts zu verlieren und werde akribisch mit Freude und der gewissen Lockerheit versuchen, an mir und meinen Sprüngen zu arbeiten.

Und du wurdest auch von deinem Sponsor mit einer Special Edition und deiner ganz eigenen Dose überrascht?

Ja, unglaublich. Red Bull und ich kennen uns ja jetzt schon eine ganze Weile, aber mit einer eigenen Dose habe ich absolut nicht gerechnet! Unglaublich und macht mich schon auch ein bisschen stolz. Da möchte ich mich ganz speziell bei all den Leuten von Red Bull und der ganzen RB-Family für den unglaublichen Support bedanken. Auch speziell jetzt in weniger erfolgreicheren Saisonen so hinter mir zu stehen, ist einfach unglaublich. Die inspirierenden Personen und Gespräche der letzten Jahren, der ganze Weg, das erfüllt mich einfach mit Dankbarkeit und verleiht mir zusätzliche Energie auf meinem Weg und meinem Ziel wieder ganz nach oben zu kommen. Vielen Dank. So jetzt muss ich aber los, der Flieger wartet Richtung Oslo. Bis bald!

Euer GS

________________________

 

 

After the Olympic Games is before the Raw Air.

The new RAW-Air series will start in Norway this weekend for the second time. Four competitions within one week will initiate the end of the Olympic season. Oslo, Lillehammer, Trondheim and Vikersund (the largest hill in the world) form the new series, and these hills will demand a lot from us ski jumpers. My Mediaguy David Obererlacher asked me some questions. 

Gregor, how do you feel physically and mentally after such a long and intense season and especially after the Olympics in Korea?

Thanks for asking, I'm really fine. The Olympics are over and I’ve really gained a lot of experience from it. Of course, I imagined the games differently and missed my big goal a medal, but I’m still feeling very well mentally and emotionally. I hardly recognize myself. And I’m very motivated to continue on my way. The energy and power reserves should be replenished and I am looking forward to my second home in Norway now.

Honestly, what are your experiences with the Olympic games and the season so far?

There is no right or wrong but just experience. And yes it is a challenging ski jumping time for me, but this very time teaches me to work on me every day to grow on it and to look strengthened to look into the new season. Of course, I want to go back to the top and I'm still convinced that I'm on it, but that's why I'm going to be patient and continue my chosen path. I take the whole experience, both ski-technical-material, emotional, mental, with me and I'm still grateful for my job. I can not emphasize enough that being a top athlete is and remains a privilege, and that goosebumps moments of being able to represent a whole country, an entire nation, as in the Olympics is simply unbelievable. Thanks for your support!

Was Lahti the next step for you?

Yes, Lahti was worth the trip. Even though we did not make it to the podium in team jumping, we were at least much closer to the top three again. Ski jumping is a sensitive, complex sport. Little things can make a difference.
In Finland I was able to do more active and better ski jumping, the small changes in material and technique have gone absolutely in the right direction, as the test run on Sunday showed me especially, so I have to continue.

What do you expect of the last competitions this season, and are you already thinking of the next one?

First and foremost, I'm looking forward to returning to Norway, a beautiful country, where, of course, Nordic sports have a special place, and I feel that with every jump. I expect that I continue to work ski-technically on my jumps and that my jumps will get better. I take every jump and every competition to continue working and I'm curious if I will have the flow again at the end of the season. The next season is still a bit further away, I have nothing to lose and will meticulously try with joy and the certain looseness to work on me and my jumps.

And you were also surprised by your sponsor with a special edition and your very own can?

Yes, that’s unbelievable! Red Bull and I have known each other for quite some time, but I did not expect to have my own can! Incredible! And makes me a bit proud too. I want to thank all the people of Red Bull and the whole RB-Family for the incredible support especially now in less successful seasons. Their support is simply unbelievable. The inspirational people and conversations of the last years, the whole way – it simply fills me with gratitude and gives me extra energy on my way and my goal to get back to the top. Many Thanks. But now I have to go, the plane is waiting for Oslo. Bye for now.

Yours, GS

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Nach den Spielen ist vor der RAW-Air.

Am kommenden Wochenende startet bereits zum zweiten Mal die neue RAW-Air Serie in Norwegen. Vier Wettkämpfe innerhalb von einer Woche leiten den Saisonschluss der Olympia-Saison ein. Oslo, Lillehammer, Trondheim und Vikersund (die größte Schanze der Welt) bilden die neue Serie und uns Skispringern wird noch einmal sicher einiges abverlangt. Mein Pressemann David Obererlacher hat mir ein paar Fragen gestellt: 

Gregor, wie geht es dir körperlich und mental nach so einer langen und doch intensiven Saison und speziell nach den durchwachsenen Olympischen Spielen in Korea?

Danke der Nachfrage, mir geht es wirklich sehr gut. Die Olympischen Spiele sind verdaut und ich bin wieder einiges an Erfahrung reicher. Natürlich habe ich mir die Spiele anders vorgestellt und mein großes Ziel, eine Medaille, klar verfehlt, dennoch geht es mir mental und emotional sehr gut. Ich kenne mich kaum selbst wieder, und bin sehr motiviert meinen Weg weiterzugehen. Die Energie- und Kraftreserven dürften wieder aufgefüllt sein. Jetzt freue ich mich auf meine zweite Heimat in Norwegen.

Mal ehrlich: was für Erfahrungen nimmst du von den Spielen und der bisherigen Saison mit?

Es gibt kein richtig oder falsch, sondern eben nur Erfahrungen und ja, es ist eine herausfordernde Skisprung Zeit für mich, doch genau diese Zeit lehrt mich tagtäglich an mir zu arbeiten, daran zu wachsen und gestärkt in die neue Saison zu blicken. Natürlich will ich wieder ganz nach oben und ich bin auch nach wie vor überzeugt, dass ich es drauf habe, aber gerade deshalb werde ich mich gedulden und meinen eingeschlagenen Weg weitergehen. Die ganzen Erfahrungen, sowohl Skisprung-technisch- materialmäßig als auch emotional und mental, nehme ich mit und bin dankbar, das alles nach wie vor für mich machen zu dürfen. Ich kann es nicht oft genug betonen, Spitzensportler zu sein, ist und bleibt ein Privileg und diese Gänsehaut-Momente, ein ganzes Land, eine ganze Nation wie bei Olympischen Spielen vertreten zu dürfen – einfach unbeschreiblich. Vielen Dank für eure Unterstützung!


War Lahti letztes Wochenende für dich eine Weiterentwicklung?

Ja, Lahti war eine Reise wert. Auch wenn wir es leider nicht auf das Podest im Teamspringen geschafft haben, sind wir zumindest wieder viel näher an den Top Drei gewesen. Skispringen ist eine sensible, komplexe Sportart, wo Kleinigkeiten viel ausmachen können. Ich konnte in Finnland wieder aktiver und besser skispringen, die kleinen Veränderungen beim Material und der Technik sind absolut in die richtige Richtung gegangen, das hat mir speziell der Probedurchgang am Sonntag gezeigt, da muss ich weitermachen.

Was erwartest du dir jetzt bei den letzten Wettkämpfen dieser Saison, und denkst du bereits schon an die nächste?

Ich freu mich in erster Linie wieder nach Norwegen zu kommen, einfach auch ein wunderschönes Land, wo natürlich der Nordische Sport ganz einen besonderen Stellenwert hat, und das spüre ich auch bei jedem Sprung. Ich erwarte mir, dass ich Skisprung-technisch weiter an mir arbeite, die Sprünge sozusagen besser werden, natürlich nimm ich jeden Sprung und jeden Wettkampf zum Weiterarbeiten und bin gespannt, ob es mir nochmals zum Saisonschluss gelingt, so richtig ins Fliegen zu kommen. Die nächste Saison ist schon noch ein Stück entfernt, ich habe nichts zu verlieren und werde akribisch mit Freude und der gewissen Lockerheit versuchen, an mir und meinen Sprüngen zu arbeiten.

Und du wurdest auch von deinem Sponsor mit einer Special Edition und deiner ganz eigenen Dose überrascht?

Ja, unglaublich. Red Bull und ich kennen uns ja jetzt schon eine ganze Weile, aber mit einer eigenen Dose habe ich absolut nicht gerechnet! Unglaublich und macht mich schon auch ein bisschen stolz. Da möchte ich mich ganz speziell bei all den Leuten von Red Bull und der ganzen RB-Family für den unglaublichen Support bedanken. Auch speziell jetzt in weniger erfolgreicheren Saisonen so hinter mir zu stehen, ist einfach unglaublich. Die inspirierenden Personen und Gespräche der letzten Jahren, der ganze Weg, das erfüllt mich einfach mit Dankbarkeit und verleiht mir zusätzliche Energie auf meinem Weg und meinem Ziel wieder ganz nach oben zu kommen. Vielen Dank. So jetzt muss ich aber los, der Flieger wartet Richtung Oslo. Bis bald!

Euer GS

________________________

 

 

After the Olympic Games is before the Raw Air.

The new RAW-Air series will start in Norway this weekend for the second time. Four competitions within one week will initiate the end of the Olympic season. Oslo, Lillehammer, Trondheim and Vikersund (the largest hill in the world) form the new series, and these hills will demand a lot from us ski jumpers. My Mediaguy David Obererlacher asked me some questions. 

Gregor, how do you feel physically and mentally after such a long and intense season and especially after the Olympics in Korea?

Thanks for asking, I'm really fine. The Olympics are over and I’ve really gained a lot of experience from it. Of course, I imagined the games differently and missed my big goal a medal, but I’m still feeling very well mentally and emotionally. I hardly recognize myself. And I’m very motivated to continue on my way. The energy and power reserves should be replenished and I am looking forward to my second home in Norway now.

Honestly, what are your experiences with the Olympic games and the season so far?

There is no right or wrong but just experience. And yes it is a challenging ski jumping time for me, but this very time teaches me to work on me every day to grow on it and to look strengthened to look into the new season. Of course, I want to go back to the top and I'm still convinced that I'm on it, but that's why I'm going to be patient and continue my chosen path. I take the whole experience, both ski-technical-material, emotional, mental, with me and I'm still grateful for my job. I can not emphasize enough that being a top athlete is and remains a privilege, and that goosebumps moments of being able to represent a whole country, an entire nation, as in the Olympics is simply unbelievable. Thanks for your support!

Was Lahti the next step for you?

Yes, Lahti was worth the trip. Even though we did not make it to the podium in team jumping, we were at least much closer to the top three again. Ski jumping is a sensitive, complex sport. Little things can make a difference.
In Finland I was able to do more active and better ski jumping, the small changes in material and technique have gone absolutely in the right direction, as the test run on Sunday showed me especially, so I have to continue.

What do you expect of the last competitions this season, and are you already thinking of the next one?

First and foremost, I'm looking forward to returning to Norway, a beautiful country, where, of course, Nordic sports have a special place, and I feel that with every jump. I expect that I continue to work ski-technically on my jumps and that my jumps will get better. I take every jump and every competition to continue working and I'm curious if I will have the flow again at the end of the season. The next season is still a bit further away, I have nothing to lose and will meticulously try with joy and the certain looseness to work on me and my jumps.

And you were also surprised by your sponsor with a special edition and your very own can?

Yes, that’s unbelievable! Red Bull and I have known each other for quite some time, but I did not expect to have my own can! Incredible! And makes me a bit proud too. I want to thank all the people of Red Bull and the whole RB-Family for the incredible support especially now in less successful seasons. Their support is simply unbelievable. The inspirational people and conversations of the last years, the whole way – it simply fills me with gratitude and gives me extra energy on my way and my goal to get back to the top. Many Thanks. But now I have to go, the plane is waiting for Oslo. Bye for now.

Yours, GS