Gregor Schlierenzauer

DER WEG IST DAS ZIEL

24. März 2017

...ein kurzer Rückblick auf eine kurze Saison.

 

Ich erinnere mich an heute vor einem Jahr. Mein Knie war noch geschwollen, das Gehen war schwer, an Schispringen überhaupt nicht zu denken. Als die Weltcup-Saison im Herbst begonnen hat, befand ich mich noch im harten Kampf zurück und war seit fast einem Jahr auf keiner Schanze mehr.


Die Entscheidung, noch in den Weltcup einzusteigen, war nicht selbstverständlich, aber ich habe mich dazu bereit gefühlt.
In Wisla war ich euphorisch. Alles funktionierte wie gewünscht. Es war ein tolles Gefühl, zurück zu sein und gleich wieder mit den Besten der Welt mitzuhalten.
Doch schon zwei Wochen später in Oberstdorf folgte mein Sturz, und es wurde wieder ganz schwer.


Ich musste zurück ins Olympiazentrum Innsbruck und nach Seefeld, um - schon wieder - an meinem Comeback zu arbeiten.
Die Ärzte haben gesagt, dass ich Lahti versäumen werde. Doch ich wollte unbedingt zu dieser WM.
Ich bekam die Chance, und die Medaille im Team war eine Riesen-Genugtuung. Und doch: Sie war nur eine Station auf dem Weg, den ich gerade gehe.


Meine Saison ist jetzt leider nicht ganz so zu Ende gegangen, wie ich mir das vorgestellt habe. Natürlich wäre ich gerne in Planica am Start gewesen. Aber Heinz Kuttin hat seine Entscheidung getroffen. Und diese Entscheidung akzeptiere und respektiere ich.
Planica ist etwas Besonderes, die Atmosphäre der letzten Flüge sind immer etwas zum Genießen gewesen - auch das gemeinsame Feiern zum Saison-Abschluss im Athletendorf.
Ich kann das heuer wieder nicht erleben und muss ein weiteres Jahr warten.
Ich freue mich aber schon auf nächstes Jahr und werde alles dafür geben, auf meiner Lieblingsflugschanze nicht nur dabei zu sein.


Jetzt stehen aber erst mal ein bisschen Erholung und einige Projekte abseits des Skispringens am Programm wie Medienauftritte, das Konzert von Tim Bendzko, dessen Song „Keine Maschine“ mich sehr inspiriert und mir in harten Zeiten sehr weitergeholfen hat, oder der Wings for Life World Run am 7. Mai.


Was mir an dieser Stelle aber noch ganz wichtig ist:
Ich möchte mich speziell bei euch für die Energie, die ihr mir gegeben habt, bedanken. Ich spüre, wie ihr hinter mir steht und gerade in solch einer Phase der Karriere, wo man nicht von Sieg zu Sieg springt, ist das das Wertvollste.
Auf ein gemeinsames Weitergehen #stepbystep und einen tollen Sommer!


Euer GS

...ein kurzer Rückblick auf eine kurze Saison.

 

Ich erinnere mich an heute vor einem Jahr. Mein Knie war noch geschwollen, das Gehen war schwer, an Schispringen überhaupt nicht zu denken. Als die Weltcup-Saison im Herbst begonnen hat, befand ich mich noch im harten Kampf zurück und war seit fast einem Jahr auf keiner Schanze mehr.


Die Entscheidung, noch in den Weltcup einzusteigen, war nicht selbstverständlich, aber ich habe mich dazu bereit gefühlt.
In Wisla war ich euphorisch. Alles funktionierte wie gewünscht. Es war ein tolles Gefühl, zurück zu sein und gleich wieder mit den Besten der Welt mitzuhalten.
Doch schon zwei Wochen später in Oberstdorf folgte mein Sturz, und es wurde wieder ganz schwer.


Ich musste zurück ins Olympiazentrum Innsbruck und nach Seefeld, um - schon wieder - an meinem Comeback zu arbeiten.
Die Ärzte haben gesagt, dass ich Lahti versäumen werde. Doch ich wollte unbedingt zu dieser WM.
Ich bekam die Chance, und die Medaille im Team war eine Riesen-Genugtuung. Und doch: Sie war nur eine Station auf dem Weg, den ich gerade gehe.


Meine Saison ist jetzt leider nicht ganz so zu Ende gegangen, wie ich mir das vorgestellt habe. Natürlich wäre ich gerne in Planica am Start gewesen. Aber Heinz Kuttin hat seine Entscheidung getroffen. Und diese Entscheidung akzeptiere und respektiere ich.
Planica ist etwas Besonderes, die Atmosphäre der letzten Flüge sind immer etwas zum Genießen gewesen - auch das gemeinsame Feiern zum Saison-Abschluss im Athletendorf.
Ich kann das heuer wieder nicht erleben und muss ein weiteres Jahr warten.
Ich freue mich aber schon auf nächstes Jahr und werde alles dafür geben, auf meiner Lieblingsflugschanze nicht nur dabei zu sein.


Jetzt stehen aber erst mal ein bisschen Erholung und einige Projekte abseits des Skispringens am Programm wie Medienauftritte, das Konzert von Tim Bendzko, dessen Song „Keine Maschine“ mich sehr inspiriert und mir in harten Zeiten sehr weitergeholfen hat, oder der Wings for Life World Run am 7. Mai.


Was mir an dieser Stelle aber noch ganz wichtig ist:
Ich möchte mich speziell bei euch für die Energie, die ihr mir gegeben habt, bedanken. Ich spüre, wie ihr hinter mir steht und gerade in solch einer Phase der Karriere, wo man nicht von Sieg zu Sieg springt, ist das das Wertvollste.
Auf ein gemeinsames Weitergehen #stepbystep und einen tollen Sommer!


Euer GS

BRONZEMEDAILLE IST EINE RIESEN-GENUGTUUNG

10. März 2017

Die Bronzemedaille im Teambewerb bei der WM in Lahti war ein tolles Happy-End für mich. Eine Medaille zu machen, ist nie einfach und nach der Vorgeschichte mit dem Comeback und der Verletzung umso schöner. Ich genieße jetzt das Gefühl, eine Medaille zu haben. Dieses Gefühl gibt mir auch die nötige Motivation für die letzten Bewerbe der Saison.

Der erfolgreiche Abschluss der WM ist für mich eine Riesen-Genugtuung nach der vielen harten Arbeit der vergangenen Wochen. Man muss auch sagen: Wir haben nichts dem Zufall überlassen als wir die Reha-Phase sofort nach der Verletzung angegangen sind.

Natürlich fehlt mir immer noch etwas auf die absolute Weltspitze. Aber ich kann mir nichts vorwerfen, habe immer hart trainiert, um einen Schritt nach dem anderen zu machen. Außerdem finde ich man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen und realistisch sein. Für den späten Start in die Saison, die fehlende Sommer-Vorbereitung und den Sturz war das Comeback schon sehr zufriedenstellend. Aber wer so programmiert ist wie ich, will auch den letzten Schritt machen. Aber dafür braucht es eben das richtige Maß an Geduld.

Jetzt geht es für eine Woche nach Norwegen, wo eine neue Wettkampfserie – die Raw Air – ausgetragen wird. Ich fahre immer sehr gerne nach Norwegen. Es ist wie eine zweite Heimat für mich. Danach geht es noch nach Planica – es gibt also noch einige Highlights.

Ich fühle mich derzeit sehr gut, bin total frisch. Da merke ich auch den Unterschied zu manchen anderen Springer, weil ich erst im Jänner eingestiegen bin. Die Vorfreude auf den Wettkampf, der Kitzel sind riesengroß – ein Gefühl, das ich schon lange nicht mehr hatte, richtig geil!

Außerdem freue ich mich schon jetzt auf eine richtige Sommer-Vorbereitung bzw. darauf, endlich genügend Zeit für einen vernünftigen Aufbau zu bekommen und hoffentlich die letzten Schritte Richtung Weltspitze zu machen. Das nächste große Ziel Olympia steht ja fast schon wieder vor der Tür.

Abschließend möchte ich mich noch besonders bei Physio Gerhard Köchl, Fitnesstrainer Christoph Ebenbichler und Sprungtrainer Christoph Strickner bedanken. Ohne mein Team und dessen intensive Arbeit wäre das alles nicht möglich gewesen. Danke für euren Einsatz und eure Energie! Ich habe echt großes Glück, mit euch so gut aufgestellt zu sein!
Die Bronzemedaille im Teambewerb bei der WM in Lahti war ein tolles Happy-End für mich. Eine Medaille zu machen, ist nie einfach und nach der Vorgeschichte mit dem Comeback und der Verletzung umso schöner. Ich genieße jetzt das Gefühl, eine Medaille zu haben. Dieses Gefühl gibt mir auch die nötige Motivation für die letzten Bewerbe der Saison.

Der erfolgreiche Abschluss der WM ist für mich eine Riesen-Genugtuung nach der vielen harten Arbeit der vergangenen Wochen. Man muss auch sagen: Wir haben nichts dem Zufall überlassen als wir die Reha-Phase sofort nach der Verletzung angegangen sind.

Natürlich fehlt mir immer noch etwas auf die absolute Weltspitze. Aber ich kann mir nichts vorwerfen, habe immer hart trainiert, um einen Schritt nach dem anderen zu machen. Außerdem finde ich man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen und realistisch sein. Für den späten Start in die Saison, die fehlende Sommer-Vorbereitung und den Sturz war das Comeback schon sehr zufriedenstellend. Aber wer so programmiert ist wie ich, will auch den letzten Schritt machen. Aber dafür braucht es eben das richtige Maß an Geduld.

Jetzt geht es für eine Woche nach Norwegen, wo eine neue Wettkampfserie – die Raw Air – ausgetragen wird. Ich fahre immer sehr gerne nach Norwegen. Es ist wie eine zweite Heimat für mich. Danach geht es noch nach Planica – es gibt also noch einige Highlights.

Ich fühle mich derzeit sehr gut, bin total frisch. Da merke ich auch den Unterschied zu manchen anderen Springer, weil ich erst im Jänner eingestiegen bin. Die Vorfreude auf den Wettkampf, der Kitzel sind riesengroß – ein Gefühl, das ich schon lange nicht mehr hatte, richtig geil!

Außerdem freue ich mich schon jetzt auf eine richtige Sommer-Vorbereitung bzw. darauf, endlich genügend Zeit für einen vernünftigen Aufbau zu bekommen und hoffentlich die letzten Schritte Richtung Weltspitze zu machen. Das nächste große Ziel Olympia steht ja fast schon wieder vor der Tür.

Abschließend möchte ich mich noch besonders bei Physio Gerhard Köchl, Fitnesstrainer Christoph Ebenbichler und Sprungtrainer Christoph Strickner bedanken. Ohne mein Team und dessen intensive Arbeit wäre das alles nicht möglich gewesen. Danke für euren Einsatz und eure Energie! Ich habe echt großes Glück, mit euch so gut aufgestellt zu sein!